| Genre |
|
Drama | | Regie | | Steve Bache ... | | Buch | | Stephan Kämpf ... | | Darsteller | | Finlay Deavin ... | | Sean Douglas ... | | Ole Eisfeld ... | | Vera Gallmann ... | | Studio | | Das kleine Fernsehspiel (ZDF) ... | | Schiwago Film ... | | | | Agent |
|
spider74 |
| |
| Wertungen | | 1 |
| Durchschnitt | | |
| | Meine Wertung [Prognose] [Werten]
|
Ein solch heikles, tabuisiertes Thema wie Pädophilie filmisch angemessen zu behandeln, erfordert extremes Fingerspitzengefühl. Mit der Perspektivverschiebung hin zur Lebensrealität eines betroffenen Jugendlichen und damit der Einbindung von Coming-of-Age-Elementen schafft "No Dogs Allowed" den Balanceakt erstaunlich gut. Auf der einen Seite wird für Gabo Mitgefühl erzeugt, dessen brenzliges Versteckspiel ihn immer mehr in die Ecke treibt und der von dem zur Drehzeit 21 Jahre alten Newcomer Carlo Krammling wirklich herausragend verkörpert wird (Angst, Verzweiflung, Scham und Unsicherheit nimmt man ihm jederzeit ab), andererseits werden über die Figur des junge Menschen ausnutzenden Dave sowohl Machtmissbrauch als auch körperlicher Missbrauch weder ausgespart noch verharmlost, ganz im Gegenteil. Selbstverständlich hat er als Täter keinerlei Mitleid verdient und gerät völlig Zu Recht ins Visier der Staatsgewalt. Der Fokus auf einen Jugendlichen unter extremem Leidensdruck, der sich seine Neigung nicht ausgesucht hat, zeigt aber die Komplexität des Themas und wie kontraproduktiv populistische Reflexe und Verurteilungen/Stigmatisierungen eigentlich sind. So gesehen handelt es sich hier um das Plädoyer für mehr Prävention, damit Betroffene eben nicht zu Tätern werden. Ein eindringlicher, mutiger und beachtlich differenzierter Film (und das aus Deutschland!) mit in meinen Augen nur wenigen kleinen Defiziten, etwa beim Aspekt Helpline.