 | Hoppers (2026) | | (NEU) Kommentar von Colonel 18.08.2026 14:11 Uhr | "Hoppers" nimmt sich Avatar zur Vorlage, verpackt die Öko-Botschaft aber in ein ziemlich kindgerechtes Korsett, was dem Film seine Ecken und Kanten nimmt. Der erste Trailer versprach mehr Chaos-Spaß, als der fertige Film am Ende einlöst. Das größte Problem: Hauptfigur Greta Mabel Thunberg nervt dabei mit ihrer betont selbstgerechten Attitüde mehr, als sie inspiriert, auch wenn ihr Engagement im Kern sympathisch gemeint ist.
Etwas schade ist auch das nicht ganz ausgeschöpfte Gagpotenzial. Mehr Slapstick statt intelligentem Spiel mit den Eigenschaften der Tiere. Gegen Ende kippt der Film zudem zunehmend ins Überdrehte. Da wird z.B. ein Hai(di) als lebende Kanonenkugel benutzt und die deplatzierten Body-Horror-Elemente wirken wie mutige, aber letztlich misslungene Versuche, Aha-Momente zu erzeugen.
Pixar selbst überzeugt dagegen wie gewohnt mit erstklassiger Animation und einer frischen, abwechslungsreichen Story. Irgendwie biegt man dann aber falsch ab. Insgesamt reicht das für solide Pixar-Mittelklasse. Kein Ausfall, aber auch kein Highlight. | |
| | |  | Der Leuchtturm (2019) | | (NEU) Kommentar von Colonel 18.08.2026 14:08 Uhr | Wie immersiv kann ein Film eigentlich sein? Robert Eggers beantwortet diese Frage mit „Der Leuchtturm“ auf eindrucksvolle Weise.
Zwei Leuchtturmwärter sollen auf einer abgelegenen Insel ihren Dienst verrichten, Schiffe vor den Gefahren der Küste warnen und den Turm instand halten. Doch die Isolation, die harte Arbeit und das zunehmend feindselige Verhältnis der beiden treiben sie immer weiter in den Wahnsinn und ziehen das Publikum dabei gleich mit hinein.
Eggers schafft mit dem beinahe quadratischen Bildformat und den kontrastreichen Schwarz-Weiß-Bildern eine beklemmende Atmosphäre, die die Erfahrung der Protagonisten unmittelbar fühlbar macht. Es knarrt, es plätschert, und im Hintergrund jault unablässig das Nebelhorn. Die Halluzinationen verwischen zusätzlich die Grenze zwischen Realität, Rausch und Wahn.
Selbstredend tragen Willem Dafoe und Robert Pattinson mit ihrem intensiven, körperlichen Spiel entscheidend zur Wirkung des Films bei. Die äußere Handlung bleibt dabei bewusst überschaubar. Seine Wirkung bezieht der Film vielmehr aus Atmosphäre, Figurenkonflikt und seinen verstörenden Bildern.
Das Ende ist ebenso tragisch wie verstörend. | |
| | |  | Hamnet (2025) | | (NEU) Kommentar von Colonel 18.08.2026 14:06 Uhr | | Chloé Zhao erzählt auch in Hamnet weniger über Handlung als über Atmosphäre, Blicke und körperlich spürbare Trauer. Die fiktionale Verbindung zwischen dem Tod von Shakespeares Sohn und der Entstehung von Hamlet trägt ein sinnliches, bedrückendes Drama über Verlust und Schuld. Jessie Buckley verleiht der mystisch gezeichneten Agnes enorme emotionale Kraft. Paul Mescal bleibt als Shakespeare leider etwas zu sehr im Hintergrund. Im Finale gehen Schauspiel, Inszenierung und Max Richters „On the Nature of Daylight“ dennoch eine derart überwältigende Verbindung ein, dass man Zhao ihre erzählerischen Schwächen gern verzeiht. | |
| | |  | Das Drama - Noch mal auf Anfang (2026) | | (NEU) Kommentar von Colonel 18.08.2026 14:02 Uhr | Kann und will man mit einem Menschen weiterleben, wenn man plötzlich mit dessen dunkelsten Gedanken aus der Vergangenheit konfrontiert wird? Oder ist das alles Schnee von gestern und hat mit dem Menschen von heute nichts mehr zu tun? Kristoffer Borgli nutzt diese zugespitzte Prämisse für ein unangenehmes, bisweilen makaber komisches Beziehungsdrama über Wahrheit, Vergebung und die Grenzen der Liebe.
Zendaya und Robert Pattinson tragen den Film mit intensiven Performances und glaubwürdiger Chemie. Der Film hat starke Ideen und erzeugt immer wieder beklemmende Momente, lässt jedoch manche emotionale und moralische Konsequenz seiner Prämisse etwas zu schnell hinter sich. Gerade dadurch bleibt „The Drama“ zwar reizvoll und diskussionswürdig, aber nicht in jeder Eskalationsstufe gleichermaßen überzeugend. | |
| | |  | The Long Walk - Der Todesmarsch (2025) | | (NEU) Kommentar von Colonel 18.08.2026 13:56 Uhr | Eine Dystopie, die behauptet, der staatliche Todesmarsch solle die Arbeitsmoral heben, aber außer einem Militärtrupp scheint sich dafür kein Mensch zu interessieren. Keine Zuschauer, keine spürbare Öffentlichkeit, nur Jungs, die laufen, labern und wegen zu langsamen Gehens oder akutem Stuhldrang erschossen werden. Blöd gelaufen.
Die unterschwellige Spannung, wen es als Nächstes erwischt, trägt eine Weile. Doch die Welt bleibt blass, die meisten Figuren austauschbar und ein Film über unaufhörliches Laufen fühlt sich erstaunlich oft an, als träte er auf der Stelle.
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| | |  | 22 Bahnen (2025) | | (NEU) Kommentar von Colonel 18.08.2026 11:31 Uhr | Caroline Wahls Überraschungshit schafft es auf die Leinwand und Mia Maariel Meyer findet dafür eine stimmige, melancholische Tonalität zwischen Großwerden, Erwachsensein und Ohnmacht.
Besonders Tildas enorme Last aus Studium, Verantwortung für ihre kleine Schwester sowie Schuld und Trauer wird spürbar. Gleichzeitig bleibt die Verfilmung zu sehr an ihrer Perspektive hängen. Nebenfiguren wie Viktor, Marlene, Ida und vor allem die alkoholkranke Mutter bleiben auffallend blass. Gerade bei Letzterer fehlt die Ambivalenz, die der Roman noch erkennen lässt. Dadurch bleiben Beziehungen unklar, manche Entwicklungen wirken ohne Buchkenntnis erklärungsbedürftig und zwischen Tilda und Viktor wollte bei mir leider keinerlei Chemie entstehen. | |
| | | | | | | | | | | | | | |  | 5 Zimmer, Küche, Sarg (2014) | | Kommentar von Fox 17.08.2026 22:03 Uhr | | Was'n Schmarrn! Das Aufwecken von "Peter" hatte noch was. Vladislav hat schon nicht mehr so gezogen. Und ab dann ging es immer weiter bergab. Bodenlos. | |
|  | |  | Michael - Erlebe den Aufstieg des Kings (2025) | | Kommentar von Colonel 17.08.2026 14:24 Uhr | Antoine Fuqua erzählt in Michael unterhaltsam und bildgewaltig vom Aufstieg eines der größten Popkünstler aller Zeiten. Der Film zeigt überzeugend Jacksons Ausnahmetalent, seine zeitlose Musik und die Prägung durch seine schwierige Kindheit.
Dabei bleibt das Biopic jedoch auffallend oberflächlich: Die dunkleren Seiten seiner Karriere werden bewusst ausgeklammert. Auch weil die Handlung noch vor den späteren Kontroversen endet. Offenbar entscheidet sich der Film bewusst für Bewunderung statt Aufarbeitung. Tief und intim wird es deshalb selten. Die Tatsache, dass u.a. Janet Jackson mit keiner Silbe erwähnt wird, spricht dafür, das viel von außen mitbestimmt wurde, was wie gezeigt werden darf.
Umso beeindruckender ist Jaafar Jackson, der seinen Onkel in Tanz, Mimik und Ausstrahlung beinahe in ebengleicher Perfektion verkörpert. Seine Darstellung trägt den Film und lässt die ikonischen Bühnenauftritte erstaunlich lebendig werden. Fürs sind die Herzstücke des Films. | |
| | |  | The Housemaid - Wenn sie wüsste (2025) | | Kommentar von Colonel 17.08.2026 14:23 Uhr | Amanda Seyfried und Sydney Sweeney in einem Film? Gekauft. The Housemaid ist ein geschniegelt-giftiger Hochglanzthriller mit 90er-Jahre-Genen: reich, sexy, manipulativ und herrlich drüber.
Die vertrauten Genreklischees lullt Paul Feig zunächst gekonnt ein, bevor der Film seine Karten auf den Tisch knallt und überrascht. Seyfried pendelt dabei brillant zwischen verletzlicher Fassade, bösartiger Theatralik und kontrolliertem Wahnsinn. Als Kenner der Buchvorlage war ich weniger auf den Twist als auf die Umsetzung gespannt. Die ist überwiegend gelungen, nur das Finale wirkt etwas zu eilig auserzählt und lässt zum Beispiel den Gärtner zu sehr im Hintergrund.
Fazit: Keine elegante psychologische Feinmechanik, aber eine giftige, sehr unterhaltsame Achterbahnfahrt mit zwei starken Hauptdarstellerinnen. | |
| | |  | Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss (2022) | | Kommentar von Colonel 17.08.2026 13:07 Uhr | | Die Origin-Story von Gru und den Minions verschenkt ihr Potenzial. Statt echter Coming-of-Age-Momente gibt es einen austauschbaren Heist-Plot und zu viele Nebenstränge. Die Minions-Sketche sind putzig, bremsen aber immer wieder die eigentliche Geschichte aus. Sympathisch, aber erzählerisch überraschend belanglos. | |
| | |  | Die Odyssee (2026) | | Kommentar von Colonel 17.08.2026 11:47 Uhr | Bildgewaltig, spannend und erstaunlich ergreifend. Nolan macht aus Homers Epos ein riesiges Kriegstrauma mit Monstern, Göttern und sehr viel Wasser. Matt Damon trägt das als schuldbeladener Heimkehrer stark, die echten Schauplätze machen ordentlich was her und Göranssons Score drückt genau die richtigen Knöpfe.
Die fast drei Stunden braucht der Film auch um spürbar zu werden. Etwas zwiespältig finde ich allerdings, wie viele große Namen Nolan selbst für kleinere oder kürzere Auftritte besetzt. Die moderne Sprache fand ich dagegen eher passend. Sie macht den Stoff greifbar, statt ihn in antikem Theaterdeutsch zu versenken. Emotional schafft man, vielleicht durch die wuchtige Inszenierung, leider keinen großen Zugang zu den Figuren und ihren Konflikten.
Fazit: Ein hochspannendes Epos mit Kriegsschuld als zentralem Thema, das nicht nur im IMAX Format auf fast allen Ebenen der Filmkunst funktioniert. | |
| | | | | |  | Hokum (2026) | | Kommentar von Spreewurm 15.08.2026 18:01 Uhr | IMDb: 6,7
https://www.imdb.com/de/title/tt35672862/ | |
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